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News & Presseinformationen

Betroffene geben wertvolle Hinweise

Tumorzentrum Nordhessen am Klinikum Kassel gründet Patientenbeirat

Die Gründungsmitglieder des Patientenbeirats sowie Teammitglieder der Anlaufstelle und des Tumorzentrums Nordhessen am Klinikum Kassel. (Foto: GNH | B. Schoelzchen)
Kassel

Das Tumorzentrum am Klinikum Kassel hat gemeinsam mit Krebsselbsthilfegruppen in der Region sowie der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen Kassel (KISS) einen Patientenbeirat gegründet. Das Gremium besteht aus Mitgliedern von acht onkologischen Selbsthilfegruppen der Region sowie der Patientenfürsprecherin des Klinikum Kassel. Sie besprechen sich vierteljährlich mit den Verantwortlichen des Tumorzentrums. 

„Wir freuen uns sehr über die große Bereitschaft der Selbsthilfegruppen, an diesem neuen Gremium mitzuwirken. Ein offener Austausch mit Betroffenen ist für uns als Behandler wertvoll und er gibt den Selbsthilfegruppen die Möglichkeit, ihre Anregungen und Wünsche an das Tumorzentrum regelmäßig einzubringen“, so Prof. Dr. Thomas Dimpfl, PD Dr. Kia Homayounfar und Prof. Dr. Michaela Nathrath für das Direktorium des Tumorzentrums Nordhessen.

Mitgestaltung der Angebote

Ziel des Patientenbeirats ist es, die Bedürfnisse der nordhessischen Krebspatient*innen in die medizinische und unterstützende Versorgung des Tumorzentrums direkt einzubeziehen. „Die Integration des Expertenwissens Betroffener in das Informations- und Unterstützungsangebot des Tumorzentrums und in die gemeinsame Gestaltung der onkologischen Versorgung ist eines unserer vordringlichsten Ziele im Patientenbeirat“, sagt Dr. Sandra Gottschling, die Leiterin des Tumorzentrum Nordhessen.

Austausch über neue Entwicklungen

Gleichzeitig soll der Patientenbeirat auch ein Ort sein, an dem die Selbsthilfegruppen selbst Neues erfahren können. In den Sitzungen erhalten die Beiratsmitglieder so zum Beispiel auch Informationen über neue medizinische Entwicklungen, die Aktivitäten des Tumorzentrums oder gesetzliche und politische Rahmenbedingungen in der onkologischen Versorgung. Außerdem unterstützt das Tumorzentrum bei der Vermittlung von Fachreferent*innen für die internen Fortbildungen der Selbsthilfegruppen.

Das zertifizierte Tumorzentrum am Klinikum Kassel nimmt im Rahmen des Hessischen Onkologiekonzeptes eine besondere Rolle für die Versorgung der Region Nordhessen ein. Die Stärkung der „Patientenstimme“ innerhalb des Tumorzentrums ist daher auch ein wichtiger Faktor für die Qualitätssicherung sowie den Erhalt und Ausbau der onkologischen Versorgungsstrukturen in der ganzen Region.

Umsetzung spezieller Projekte

Die Zusammenarbeit mit dem Patientenbeirat beinhaltet auch gemeinsame Projekte. Dazu zählen der weitere Ausbau der unterstützenden Versorgungsstruktur und fundierter, gut verständlicher Informationsangebote für Krebspatient*innen in der Region. So sagt etwa Andreas Wichmann, stellvertretender Sprecher im Patientenbeirat und Mitglied Deutsche ILCO - Region Nordhessen, Selbsthilfevereinigung von Stomaträgern, Menschen mit Darmkrebs und ihren Angehörigen: „Ich möchte meine Erfahrungen als Betroffener in den Klinikalltag einbringen, um so die Abläufe in der Klinik aus der Sicht der Patienten zu verbessern. Auch das Wissen aus den Gesprächen mit Selbsthilfegruppenteilnehmern*innen möchte ich ihm Rahmen meiner Beiratstätigkeit weitergeben."

„Gerade lebensbedrohlich Erkrankte benötigen neben der rein medizinischen Behandlung eine umfassende Betreuung und Information. Krebs stellt das ganze Leben in Frage und zur Erkrankung gesellen sich häufig seelische, finanzielle und viele andere Sorgen. Dazu kommt oft noch eine Überforderung durch die Informationsflut aus dem Internet – oft aus unsicheren Quellen“, unterstreicht auch Dr. Sandra Gottschling.

Sprechstunden der Selbsthilfegruppen

Ganz besonders freuen sich die Verantwortlichen des Tumorzentrums deshalb über das Angebot der Selbsthilfegruppen, im Klinikum Sprechstunden für Betroffene durchzuführen und damit gemeinsam das Unterstützungsangebot für krebskranke Menschen in der Region weiter ausbauen zu können.

Uta Messerschmidt von der Allianz gegen Brustkrebs, Margitta Augsten von der Selbsthilfegruppe Magenkrebs sowie Claudia Bosbach und Andreas-W. Lamm von der Deutschen Leukämie- und Lymphomhilfe bieten in der Anlaufstelle des Tumorzentrums monatlich jeweils eine Sprechstunde für Betroffene an. Sie alle sind sich einig: „Wir stehen nicht nur mit Rat und Tat zur Seite, sondern sind auch ein Fels in der Brandung. Niemand ist mit seiner Erkrankung alleine!“

 


Die Teilnahme am Patientenbeirat des Tumorzentrum Nordhessen steht Mitgliedern aller onkologischen Selbsthilfegruppen aus Nordhessen offen. Interessierte finden mehr Informationen auf der Website des Klinikum Kassel: 
www.gnh.net/klinikum-kassel/zentren/tumorzentrum/patientenbeirat/