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News & Presseinformationen

Ein „Krankenhaus im Krankenhaus“ am Klinikum Kassel

Versorgung der Bürgerinnen und Bürger während der Corona-Pandemie sichergestellt

Bei einem Herzinfarktpatienten verfolgt Prof. Dr. Rainer Gradaus, Chefarzt der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Klinikum Kassel, den Weg des Herzkatheters am Monitor. (Bild: GNH)
Kassel

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie verzeichnen die Krankenhäuser in Deutschland weniger Patienten mit akuten Herzerkrankungen, Schlaganfällen und weiteren lebensbedrohlichen Erkrankungen. Die Deutschen Gesellschaften für Herzerkrankungen haben sich bereits mahnend an die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek gewandt, da sie vermuten, dass der Rückgang auf die Sorge von Nicht-COVID-19 Patienten zurückzuführen ist, sich in den Krankenhäusern mit dem Coronavirus anzustecken.

In der Stadt Kassel und den umliegenden Landkreisen lässt sich dieses Phänomen ebenfalls beobachten. Im März dieses Jahres ging die Anzahl an Notaufnahmen aufgrund von akuten Herzerkrankungen um ca. 25 Prozent zurück, in der ersten Hälfte des Aprils ist der Rückgang sogar auf 40 Prozent gestiegen. „Auffallend ist, dass Patienten sich wiederholt deutlich verzögert beim Rettungsdienst melden und erst im fortgeschrittenen Stadium eines Herzinfarktes zur Aufnahme kommen“, so Prof. Dr. Rainer Gradaus, Chefarzt der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Klinikum Kassel. Seine Sorge gilt den vielen Patienten mit akuten Herzerkrankungen. Wenn sie trotz Beschwerden nicht ins Krankenhaus kommen, kann das Risiko für schwerwiegende Folgen weit größer sein als das einer Ansteckung mit dem Coronavirus. „Herzschmerzen, Luftnot oder Engegefühle im Brustkorb sind typische Anzeichen für einen Herzinfarkt, da sollte man unverzüglich den Notdienst rufen und sich einer akuten stationären Versorgung im Krankenhaus anvertrauen. Das gleiche gilt für dringende Operationen am Herzen. Werden diese zu weit hinausgezögert, kann dies langfristig zu Organschäden oder auch zum Tode führen“, so Prof. Dr. Gradaus.

Um die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung mit dem Coronavirus so gering wie möglich zu halten, hat das Klinikum Kassel ein „Krankenhaus im Krankenhaus“ etabliert, das zwei durchgehend geschützte Patientenpfade bietet. Die Versorgung von Nicht-COVID-19 Patienten und denen mit einer COVID-19 Infektion findet von der Aufnahme bis zur Entlassung getrennt statt. Das Klinikum Kassel wurde vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) als „Level 1 Krankenhaus“ definiert. Das bedeutet, dass es während der Corona- Pandemie über die Erfahrung und über bestmögliche Voraussetzungen für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit und ohne COVID-19 Infektion verfügt.

Eine eigens eingerichtete Notaufnahme für COVID-19 Patienten (Corona Care Unit, CCU) ist an sieben Tagen die Woche durchgehend besetzt und bietet bereits bei Aufnahme die Möglichkeit der sofortigen Trennung von den anderen Patienten. Dazu kommt, dass grundsätzlich alle Patientinnen und Patienten bei der stationären Aufnahme auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet werden. COVID-19 Patienten werden dann auf zwei voll isolierten Stationen mit Schleusenfunktion versorgt. Demnach sind Überschneidungen zu den Stationen mit der Regelversorgung kaum möglich. Das Klinikum Kassel ist darüber hinaus den aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes gefolgt und hat bei ihrem medizinischen und pflegerischen Personal die Maskenpflicht eingeführt. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung mit dem Coronavirus innerhalb des Klinikums konnte somit auf ein Mindestmaß reduziert werden. „Kein Patient sollte aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus auf die zwingend notwendige Hilfe in einem Krankenhaus verzichten“, appelliert Prof. Gradaus. „Das Risiko einer verzögerten oder unbehandelten akuten Herzerkrankung ist sicherlich größer als das Risiko, sich am Klinikum Kassel mit dem Coronavirus zu infizieren.“

Das hält auch Prof. Dr. Thomas Dimpfl, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, für unwahrscheinlich. „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Hinweise darauf, dass Schwangere durch das Coronavirus gefährdeter sind als der Rest der Bevölkerung. Nichtsdestotrotz greifen die Maßnahmen zum Schutz der Patientinnen und Patienten auch bei uns in der Geburtshilfe“, erläutert Prof. Dimpfl. So werden beispielsweise die werdenden Mütter und ihre Begleitpersonen bei der Ankunft im Kreißsaal abgestrichen und auf das Coronavirus untersucht. Im Falle eines positiven Testergebnisses kann somit direkt gehandelt werden. „Eine Geburt ist für die Frauen in der Regel ein sehr emotionales Erlebnis, bei dem sie auf die Unterstützung des Partners angewiesen sind. Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie fühlen sich viele von Ihnen verunsichert oder verängstigt. Damit die Geburt trotzdem ein schönes Erlebnis wird, haben wir beschlossen, dass die Gebärenden von einer gesunden Person begleitet werden dürfen“, so Prof. Dimpfl.

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Ulrike Meyer auf der Heide

Leiterin Unternehmens­kommunikation

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