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News & Presseinformationen

Nächtliche Luftrettung mit Schutzausrüstung

Am Klinikum Kassel läuft der Normalbetrieb auch in Zeiten von Corona weiter

Oberarzt Christian Kilgenstein (li.) überprüft den Medikamentenfluss während einer nächtlichen Intensivverlegung im Intensivtransporthubschrauber am 24. März. Er und sein ärztlicher Kollege Florian Wickel (re.) tragen Brille und Mundschutz gegen das Coronavirus.
Kassel

Es ist schon nach Mitternacht, als Christian Kilgenstein die Lichter Kassels näher kommen sieht. Draußen, hinter der Kabinentür, ist die Luft noch winterlich kalt und die Sicht kilometerweit. Am Horizont blitzt die Positionsleuchte des Klinikums Kassel auf. Anästhesie-Oberarzt Kilgenstein prüft noch einmal den Fluss der Medikamente, bevor der Intensivtransporthubschrauber in den Sinkflug übergeht und auf dem Dachlandeplatz aufsetzt. Christian Kilgenstein und sein Kollege Florian Wickel gehören zum gemeinsamen ECMO-Team der Kliniken für Anästhesiologie und Herzchirurgie, das Patienten mit schweren Beeinträchtigungen des Herzens oder der Lunge aus der ganzen Republik ins Klinikum Kassel überführt. Für beide Anästhesisten ist es ein routinemäßiger Nachteinsatz in unnormalen Zeiten. Sie tragen Brillen, spezielle Atemmasken und Einmalkittel, die sie vor dem Coronavirus schützen. Der Patient wurde zwar negativ getestet, doch die Mediziner gehen kein Risiko ein.

 

 

Spezielle Therapie im ECMO-Zentrum 

Wie sich später herausstellt, ist der Mann nicht an COVID-19 erkrankt. Doch seine Lunge und das Herz sind so geschädigt, dass er eine spezielle Therapie im ECMO-Zentrum des Klinikums Kassel benötigt. Solch schwer erkrankte Patienten gehören zur Routine im Klinikum Kassel, das trotz des Coronavirus ungehindert weiterläuft. Christian Kilgenstein und Florian Wickel waren an diesem Abend nicht als ECMO-Team eingeteilt. Doch als die Alarmierung aus dem Raum Hannover kam, war das erste Team schon unterwegs ins Krankenhaus Bad Arolsen, um einen Patienten nach Kassel zu holen. „Es ist hier unser Anspruch, zwei ECMO-Notfälle parallel abzuarbeiten, auch in diesen Tagen“, sagt Professor Ralf Muellenbach, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. Also nahm der Hubschrauber der Johanniter Luftrettung die beiden Anästhesisten kurz vor 20 Uhr an Bord und machte sich auf den Weg Richtung Hannover.

 

 

Als sie fünf Stunden später wieder am Klinikum sind, bringen sie den Patienten zuerst in die Computertomographie (CT), um schnell ein genaues Bild seiner Erkrankung zu bekommen.

Kurz darauf kann Anästhesist Florian Wickel den Mann an den Nachtdienst der anästhesiologischen Intensivstation C73 übergeben, die sich auch auf die Ankunft von möglichen Coronavirus-Patienten vorbereitet. Oberarzt Christian Kilgenstein reinigt die medizinische Ausrüstung und macht sie wieder einsatzbereit. Inzwischen ist es zwei Uhr morgens geworden. „Noch einen Kaffee?“, fragt Kilgenstein.   
 

 

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