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News & Presseinformationen

Vorreiter in der neuen Hebammenausbildung

Klinikum Kassel und Hochschule Fulda bieten bereits in diesem Jahr Ausbildungsplätze für das duale Studium der Hebammenkunde an

Karina Soose und Hebammenschülerin Jasmin Küstner von der Hebammenschule am Klinikum Kassel beraten die die Mutter Nadine Osthof beim Stillen. (Foto: GNH)
Kassel/Fulda

In Kooperation mit der Hochschule Fulda bietet das Klinikum Kassel ab Oktober 2020 die Hebammenausbildung nach dem neuen Ausbildungskonzept an. Damit zählen beide Partner zu den ersten in Deutschland, die das duale Studium als Regelform der künftigen Hebammenausbildung umsetzen. Ein entsprechender Vertrag wurde kürzlich zwischen den beiden Partnern unterzeichnet. Ab dem kommenden Wintersemester stehen damit jährlich 15 praktische Ausbildungsplätze am Klinikum Kassel zur Verfügung.

„Wir haben bereits in der Vergangenheit in vielfacher Hinsicht mit der Hochschule Fulda kooperiert und wussten, dass wir uns dort auf exzellente Ausbildungsbedingungen verlassen können. Mit ihrem Studienkonzept hat uns die Hochschule Fulda dann sofort überzeugt“, so Prof. Dr. Thomas Dimpfl, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Kassel. „Besonders freue ich mich darüber, dass wir einen kompetenten Partner in der Region für die Zusammenarbeit gewinnen konnten. Ich bin überzeugt, dass wir den angehenden Studentinnen der Hebammenkunde gemeinsam eine tolle Ausbildung bieten.“

„Das Klinikum Kassel war von Anfang an dabei, als es darum ging, das neue Gesetz umzusetzen. Wir konnten die Zusammenarbeit mit Kassel so Schritt für Schritt entwickeln. Prof. Dr. Dimpfl hatte primär das Interesse gemeinsam mit uns dafür zu sorgen, dass für die Region hinreichend Hebammen ausgebildet werden und damit die Versorgung sichergestellt ist. Die guten Erfahrungen, die wir in der Zusammenarbeit mit der Hebammenschule schon vorher gemacht hatten, erleichterte es beiden Seiten, die Schule in das Konzept einzubinden“, erläutert Prof. Dr. Beate Blättner, Studiengangsleitung für Hebammenkunde an der Hochschule Fulda, die besondere Bedeutung, die das Klinikum Kassel für den Studiengang hat.

Das neue Hebammengesetz wurde im Januar 2020 verabschiedet. Damit wurde das duale Studium zur Regelausbildung für Hebammen. „Für uns war die schnelle Umstellung im Interesse der Studierenden alternativlos. Das neue Konzept ermöglicht es, den Studierendenstatus zu haben und zugleich eine Ausbildungsvergütung für das gesamte Studium zu erhalten“, unterstreicht Prof. Blättner. „In der Konzeption des Studienangebotes hat es uns sehr geholfen, dass wir bereits acht Jahre Erfahrungen mit einem Studienangebot für Hebammen vorweisen können und sowohl personell als auch im Zugang zur Literatur und den Möglichkeiten für die fachpraktische Ausbildung im Skills-Lab sehr gut aufgestellt sind. Dennoch sind wir dabei, uns noch weiterzuentwickeln, und das ist auch notwendig, um eine solide Ausbildung bieten zu können.“

Das duale Studium an der Hochschule Fulda ist auf sieben Semester angelegt und schließt mit einem Bachelor of Science (B.Sc.) ab. Die Akademie für Bildung der Gesundheit Nordhessen, die größte Ausbildungsstätte für Gesundheitsberufe in der Region, übernimmt wie bisher auch die praktische Ausbildung der Hebammen. Insgesamt 2.200 Stunden Praxis müssen sie am Klinikum Kassel absolvieren. 2.400 Stunden sind für die theoretische, fachpraktische und wissenschaftliche Ausbildung vorgesehen. Hierfür, wie für den Studiengang insgesamt, trägt die Hochschule Fulda die Verantwortung. Bewerberinnen müssen mindestens eine 12-jährige Schulausbildung mit Fachhochschulreife oder Abitur vorweisen oder eine abgeschlossene Ausbildung im Pflegeberuf. Während des Studiums erhalten die Studierenden einen Ausbildungsvertrag mit dem Klinikum Kassel und bekommen entsprechend eine Ausbildungsvergütung. 

Mit dem neuen Ausbildungskonzept erwerben Hebammen einen europaweit anerkannten Abschluss, der auch die Weiterqualifizierung über einen Master-Abschluss bis hin zur Promotion erlaubt. „Aber auch für die Versorgung schwangerer Frauen und junger Mütter hat es nur Vorteile, wenn Hebammen von Beginn an lernen, ihre Entscheidungen nach Abwägung von wissenschaftlichem Erkenntnisstand, ihrer klinischen Erfahrungen und den Bedürfnissen der Schwangeren zu treffen“, betont Prof. Blättner.

Wichtig für eine erfolgreiche Ausbildung ist die konsequente Verknüpfung von Theorie und Praxis weiß auch Astrid Herber-Löffler, Leiterin der Hebammenschule am Klinikum Kassel. „Der Hebammenberuf ist ein sehr praktischer Beruf, der auf ein fundiertes theoretisches Fachwissen aufbaut. Daher freue ich mich, dass nach langjährigen Diskussionen im Hebammenverband das Studium nun endlich realisiert wird. Am Klinikum Kassel können wir den jungen Frauen eine fundierte praktische Ausbildung bieten. Zusätzlich zu unseren erfahrenen Hebammen werden sukzessive weitere Praxisanleiterinnen qualifiziert, die die Studierenden durch gezielte Praxisaufträge in der Ausbildung begleiten.“

Ihre Ansprechpartnerinnen

Inga Eisel

Pressesprecherin

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Dr. Nina McDonagh

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