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Lungenkrebs: Bessere Chancen durch Vorsorge

Beim GNH-Gesundheitsgespräch am 8. Juni 2026 informierten Expert*innen über Früherkennung, moderne Diagnostik und Therapie

Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland und in mehr als 85 Prozent aller Fälle ist Zigarettenkonsum der Auslöser. Die Nachricht, dass Lungenkrebsvorsorge für starke Raucher seit kurzem von den gesetzlichen Krankenkassen getragen wird, ist daher eine sehr gute, wie PD Dr. Achim Rittmeyer, Oberarzt für pneumologische Onkologie und Immuntherapie an der Lungenfachklinik Immenhausen, betont.

Je früher ein Tumor erkannt wird, desto höher ist die Chance, ihn operativ entfernen zu können.

PD Dr. Achim Rittmeyer steht an einem Rednerpult und hält einen Vortrag.PD Dr. Achim Rittmeyer | Oberarzt für pneumologische Onkologie und Immuntherapie | Lungenfachklinik Immenhausen

Beim jüngsten GNH-Gesundheitsgespräch mit dem Thema „Lungenkrebs und Thoraxchirurgie: Früherkennung und Therapie erläuterte der Mediziner unter anderem, für wen ein solches Screening infrage kommt. Kriterien seien unter anderem das Alter und die Anzahl der Jahre, in denen man stark geraucht hat. Die Veranstaltung, die sich an Interessierte, Patientinnen und Patienten sowie Angehörige richtete, gab einen spannenden und leicht verständlichen Einblick in die Diagnostik und Therapie von Lungenkrebs.

Warum ein so genanntes PET/CT, ein spezielles Untersuchungsverfahren in der Nuklearmedizin, beim Verdacht auf Lungenkrebs besonders aussagefähige Bilder liefert, erklärte Prof. Dr. Walter Hundt, Chefarzt des Instituts für allgemeine und interventionelle Radiologie:

Das Prinzip dieser Untersuchung basiere darauf, dass viele Tumore und Metastasen einen höheren Glukosestoffwechsel aufweisen als das umgebende Gewebe. Für die Diagnostik werde dem Patienten oder der Patientin deshalb eine homöopathisch geringe Menge radioaktiven Zuckers injiziert.

Bei anschließenden CT-Aufnahmen sei deutlich sichtbar, in welchen Bereichen ein krankhaft erhöhter Zuckerumsatz vorliege: „Unklare Lungen-Rundherde können so viel besser bewertet werden."

Da bildgebende Verfahren zwar Veränderungen zeigen, aber nicht zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren unterscheiden können, ist eine Gewebeprobe (Biopsie) bei Verdacht auf Lungenkrebs unerlässlich. Diese erfolgt in der Regel im Dämmerschlaf und unter lokaler Betäubung, wie Sigrid Verlaan, Chefärztin der Klinik für Lungen- und Bronchialmedizin, erklärte:

„Dabei werden über ein dünnes, flexibles Endoskop (Bronchoskop) unter Kamerakontrolle winzige Partikel aus dem Gewebe gezupft." Anschließend würden diese Proben, die jeweils Millionen von Zellen enthalten, unter dem Lichtmikroskop untersucht. Ob auch bereits Lymphknoten betroffen sind, könne man mithilfe eines „endobronchialen Ultraschalls (EBUS)" bestimmen.

Operabel sind Lungentumore in der Regel nur dann, wenn sie klein und noch nicht metastasiert sind. Wie ein solcher Eingriff abläuft, erläuterte schließlich Dr. Sebastian Kellner, Chefarzt Thoraxchirurgie am Klinikum Kassel. Ein großer Schnitt sei dafür nicht notwendig.

Das Verfahren sei minimalinvasiv und daher besonders schonend. „Meist können die Patientinnen und Patienten das Krankenhaus bereits nach wenigen Tagen verlassen." Zum Abschluss seines Vortrags machte der Experte Hoffnung: Lungenkrebs sei heute dank neuer Immuntherapien kein Todesurteil mehr.