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Hypoglossusnervenstimulation – „Zungenschrittmacher“ bei nächtlichen Atemaussetzern

Nächtliche Atemaussetzer, eine sogenannte obstruktive Schlafapnoe, ist ein häufiges Krankheitsbild, welches schwerwiegende Auswirkungen auf das Herzkreislaufsystem der betroffenen Patient*innen hat. Es kann ursächlich für einen Bluthochdruck sein und geht mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall einher. In Deutschland sind etwa 3 - 7 % der Menschen betroffen, Studien gehen jedoch von einer großen Dunkelziffer an unerkannten Fällen aus. Die geläufigen apparativen Therapien umfassen die Versorgung mit einer nächtlichen Überdruckbeatmung, sowie der Anpassung einer Unterkieferprotrusionsschiene.

Die effektivste operative Therapiemöglichkeit bei Unverträglichkeit oder schlechtem Ergebnis mit den o.g. Therapien ist die Implantation eines sogenannten Zungenschrittmachers. Für die Beurteilung, ob eine solche Implantation für Sie in Betracht kommt, steht Ihnen in der HNO Klinik ein Team aus erfahrenen HNO Ärzt*innen und Somnolog*innen zur Verfügung. 

Wir helfen Ihnen gerne weiter, nehmen Sie Kontakt auf. 

Diagnostik

Für die Beurteilung, ob eine Zungenschrittmacherversorgung für Sie in Frage kommt, brauchen wir möglichst umfassend Ihre schlafmedizinischen Voruntersuchungen, d.h. ambulante Polygraphien, Schlaflaboruntersuchung, Anpassungsberichte der Überdruckbeatmung oder Unterkieferprotrusionsschienen.

Für folgende Kriterien ist der Zungenschrittmacher geeignet:

  • AHI 15 - 65/h
  • Anteil von zentralen Atemaussetzern von <25 %
  • BMI<35
  • Versorgung mittels Überdruckbeatmung und Unterkieferprotrusionschiene wurde getestet und wegen Unverträglichkeit oder Misserfolg der Therapie abgebrochen
  • Ausschluss neuromuskulärer Erkrankungen

Operation

Im Rahmen der Operation wird über einen kleinen Hautschnitt das Implantat einige Zentimeter unterhalb des Kinns eingebracht und an dem Nerv angebracht, der für die Vorwärtsbewegung der Zunge („Zunge herausstrecken“) zuständig ist. Die Operation erfolgt mit Lupenbrille/Mikroskop und Nervenmonitoring.

Nach einer Einheilungsphase von 6 - 8 Wochen erfolgt die Inbetriebnahme des Systems.

Dr. med. Jens Hendrik Haferkamp

Oberarzt

Dr. med. Jens Hendrik Haferkamp

Oberarzt