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InterdisziplinÀres Tumorzentrum Nordhessen am Klinikum Kassel
- Satzung -

Die GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Klinikum Kassel GmbH hat aufgrund eines Beschlusses der Mitgliederversammlung die folgende Satzung bestĂ€tigt.

PrÀambel

Die Versorgung onkologischer Patienten ist in der Klinikum Kassel GmbH als einzigem Krankenhaus der Maximalversorgung in Nordhessen ein sich ĂŒber eine Vielzahl von Fachabteilungen erstreckender Behandlungsschwerpunkt.
Das InterdisziplinĂ€re Tumorzentrum nimmt die fachĂŒbergreifende Koordination der AktivitĂ€ten in den betreffenden Fachabteilungen wahr und stĂ€rkt die interdisziplinĂ€re Zusammenarbeit in der Tumormedizin. DarĂŒber hinaus steht das InterdisziplinĂ€re Tumorzentrum den onkologisch tĂ€tigen KrankenhĂ€usern und niedergelassenen Ärzten der Region beratend zur VerfĂŒgung.

Unter dem Dach des Tumorzentrums ist ein durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziertes Onkologisches Zentrum angesiedelt, das aus verschiedenen Organkrebszentren, Modulen und Schwerpunkten besteht. Die jeweils gĂŒltigen zertifizierten Bereiche und Nachweisstufen sind dem Stammblatt des Onkologischen Zentrums zu entnehmen (https://www.oncomap.de).

DarĂŒber hinaus ist unter dem Dach des Tumorzentrums der Onkologische Kooperationsverbund Nordhessen angesiedelt, der mit der Klinikum Kassel GmbH als koordinierendem Haus die Aufgaben des Hessischen Onkologiekonzeptes in der Region Nordhessen wahrnimmt. Die aktuelle Mitgliederliste des Onkologischen Kooperationsverbundes Nordhessen ist der Homepage des Tumorzentrums zu entnehmen (https://www.gesundheit-nordhessen.de/klinikum-kassel/zentren/tumorzentrum/).

Ziel des InterdisziplinÀren Tumorzentrums ist es, allen Patientinnen und Patienten im Versorgungsgebiet den Zugang zu aktuellen Diagnostik- und Therapieverfahren zu ermöglichen.

§1 Ziele und Aufgaben

Die Ziele und Aufgaben des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums sind: 

  1. Krankenversorgung: Organisation der interdisziplinĂ€ren Zusammenarbeit in FrĂŒherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen, Implementierung und Weiterentwicklung von QualitĂ€tsstandards,
  2. Aus-, Fort- und Weiterbildung auf dem Gebiet der klinischen Onkologie,
  3. StĂ€rkung klinischer und translationaler Forschung sowie DurchfĂŒhrung von Studien,
  4. Aufbau und Weiterentwicklung der Tumordokumentation und Verwertung der Ergebnisse,
  5. Beratung von und Kooperation mit onkologisch tĂ€tigen Kliniken und niedergelassenen Ärzten in der Region.

§ 2 Organe und Einrichtungen

Die Organe des InterdisziplinÀren Tumorzentrums sind die Mitgliederversammlung, das Direktorium und die operative Leitung.

Die Einrichtungen des InterdisziplinÀren Tumorzentrums sind:

  • die interdisziplinĂ€ren Tumorkonferenzen
  • die onkologischen Arbeitskreise
  • die Tumordokumentation 

§ 3 Finanzierung, Mittelbeschaffung und -verwendung

(1) Der Betrieb des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums wird aus den pflegesatzrelevanten Einnahmen der Klinikum Kassel GmbH sowie aus Spenden, Stiftungen und sonstigen Zuwendungen (Drittmitteln) finanziert. Das Klinikum Kassel richtet eine Kostenstelle fĂŒr das InterdisziplinĂ€re Tumorzentrum ein und versieht das InterdisziplinĂ€re Tumorzentrum mit einem Budget, das jĂ€hrlich zwischen der GeschĂ€ftsfĂŒhrung des Klinikums und dem Direktorium des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums vereinbart wird.

(2) FĂŒr die unter dem Dach des Tumorzentrums angesiedelte Tumordokumentation erhĂ€lt das Tumorzentrum die MeldevergĂŒtungen des Hessischen Krebsregisters. DarĂŒber hinaus erhĂ€lt das Tumorzentrum die ZentrumszuschlĂ€ge der SozialleistungstrĂ€ger fĂŒr das untergeordnete Onkologische Zentrum.

(3) Die Verwaltung der Drittmittel wird nach den Bestimmungen der jeweils aktuellen Fassung der "Dienstanweisung zur Korruptionsvermeidung und zur Regelung der Zusammenarbeit und der GeschÀftsbeziehungen mit Externen" vorgenommen.

(4) Soweit Drittmittel durch einzelne Mitglieder eingeworben werden, steht dem InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrum kein Mitspracherecht bei der Verwendung dieser Mittel zu. Falls das InterdisziplinĂ€re Tumorzentrum als Ganzes Drittmittel einwirbt, entscheidet das Direktorium in Abstimmung mit der GeschĂ€ftsfĂŒhrung des Klinikums Kassel ĂŒber die Verwendung dieser Mittel. 

§ 4 Mitglieder im InterdisziplinÀren Tumorzentrum

(1) Ordentliche Mitglieder des InterdisziplinÀren Tumorzentrums sind Institutionen, die in den Bereichen der Krebstherapie, -diagnostik, -forschung oder -prÀvention tÀtig sind. Bei diesen Institutionen kann es sich um KrankenhÀuser, Fachabteilungen, Arztpraxen, Hospize oder vergleichbare Einrichtungen handeln. Ordentliche Mitglieder sind alle zum Klinikum Kassel gehörigen Fachbereiche und Institute, das MVZ Gesundheit Nordhessen sowie die hÀmato-onkologische Praxis Dr. med. S. Tebbe, Kassel.

Weitere Institutionen, die den in Satz 1 formulierten Anforderungen genĂŒgen, können jederzeit gleichberechtigte Mitglieder werden. Die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt auf deren Antrag durch Beschluss des Direktoriums. FĂŒr den Status eines ordentlichen Mitglieds erfolgt die Aufnahme zunĂ€chst fĂŒr ein Jahr auf Probe. Die unbefristete Aufnahme als ordentliches Mitglied erfolgt nach Ablauf der Probezeit durch Beschluss des Direktoriums, soweit sich das neue ordentliche Mitglied konstruktiv an der Arbeit des Tumorzentrums beteiligt hat und insbesondere die Pflichten gemĂ€ĂŸ § 5 erfĂŒllt hat. (2) Außerordentliche Mitglieder des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums können natĂŒrliche Personen werden, die persönlich in den Bereichen der Krebstherapie, -diagnostik, -forschung oder -prĂ€vention tĂ€tig sind. Es kann sich bei diesen Mitgliedern insbesondere auch um Mitarbeiter der ordentlichen Mitglieder handeln. Weiterhin können alle Institutionen, die nicht den Status des ordentlichen Mitglieds anstreben, aber den Anforderungen des Absatz (1) entsprechen und als Kooperationspartner des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums arbeiten wollen, die außerordentliche Mitgliedschaft beantragen.

(3) Die Mitgliedschaft endet durch Austritt, der dem Direktorium schriftlich mitzuteilen ist und der mit einer Frist von drei Monaten zum Ende eines Kalenderquartals wirksam wird, oder durch Ausschluss. Der Ausschluss erfolgt durch die GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Klinikum Kassel GmbH auf Vorschlag des Direktoriums und wird der Einrichtung unter Angabe der GrĂŒnde schriftlich mitgeteilt.

(4) Ordentliche Mitglieder und institutionelle außerordentliche Mitglieder werden bei der Mitgliederversammlung, den Tumorkonferenzen und allen sonstigen Veranstaltungen in der Regel durch die ChefĂ€rztin bzw. durch den Chefarzt vertreten. Diese können sich wiederum durch eine/n onkologische erfahrene/n FachĂ€rztin/Facharzt vertreten lassen. Arztpraxen werden durch mindestens einen der Praxisinhaber vertreten. Entsprechendes gilt fĂŒr andere Einrichtungen, die die Anforderungen des Absatz 1 erfĂŒllen.

(5) Die aktuellen Mitglieder des Tumorzentrums sind der Homepage des Tumorzentrums zu entnehmen (https://www.gesundheit-nordhessen.de/klinikum-kassel/zentren/tumorzentrum/).

§ 5 Rechte und Pflichten der Mitglieder

(1) Die ordentlichen Mitglieder des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums erbringen in ihrer Gesamtheit alle notwendigen Leistungen zur Diagnostik und Behandlung von Krebserkrankungen. Alle ordentlichen Mitglieder arbeiten eng zusammen, um fĂŒr jeden Patienten die bestmögliche Versorgung sicherzustellen. Das InterdisziplinĂ€re Tumorzentrum unterstĂŒtzt und koordiniert sowohl die interdisziplinĂ€re Zusammenarbeit der ordentlichen Mitglieder untereinander als auch die Zusammenarbeit mit externen Partnern. Im Gegenzug unterstĂŒtzen die ordentlichen Mitglieder die Arbeit des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums in dem sie ihre Pflichten im Rahmen der Zusammenarbeit wahrnehmen.

(2) Im einzelnen verpflichten sich die ordentlichen Mitglieder dazu, folgende BeitrÀge zur Arbeit des InterdisziplinÀren Tumorzentrums zu leisten:

a) Teilnahme an den Tumorkonferenzen
Die ordentlichen Mitglieder entsenden zu den Tumorkonferenzen jeweils mindestens einen onkologisch erfahrenen Facharzt. Eine Entbindung von dieser Pflicht ist nur fallweise möglich, wenn fĂŒr die Tumorkonferenz keine PatientenfĂ€lle geplant sind, an deren Behandlung das ordentliche Mitglied beteiligt sein könnte. Über die Teilnahme hinaus verpflichten sich die ordentlichen Mitglieder, dem Sekretariat des Tumorzentrums BehandlungsfĂ€lle zur Vorstellung in der Tumorkonferenz bis spĂ€testens einen Arbeitstag vor der Sitzung zu melden und die erforderlichen Daten sowie die Einwilligung und die Krankenunterlagen bereitzustellen.

b) Benennung von Ansprechpartnern und Sicherstellung der Erreichbarkeit
GemĂ€ĂŸ den Vorgaben des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums stellen die ordentlichen Mitglieder sicher, dass zu den veröffentlichten Zeiten ein onkologisch erfahrener Facharzt fĂŒr Anfragen durch niedergelassene Ärzte erreichbar ist, oder dass ein RĂŒckrufservice bereitgestellt wird.

c) Bereitstellung eines Konsiliardienstes
Die ordentlichen Mitglieder unterstĂŒtzen sich in der Tumorbehandlung gegenseitig. Dazu ermöglichen sie, auf Wunsch eines Mitglieds die gemeinsame Untersuchung und Begutachtung eines Patienten, ggf. im Rahmen von interdisziplinĂ€ren Spezialsprechstunden.

d) Tumordokumentation und Veröffentlichung von QualitÀtsdaten:
Die Tumordokumentation und Meldung an das Hessische Krebsregister wird fĂŒr alle ordentlichen Mitglieder des Tumorzentrums durch das InterdisziplinĂ€re Tumorzentrum abgewickelt. Davon ausgenommen sind die hĂ€mato-onkologische Praxis Dr. Tebbe, das MVZ und das Institut fĂŒr Pathologie. Das InterdisziplinĂ€re Tumorzentrum erstellt jĂ€hrlich einen QualitĂ€ts- und TĂ€tigkeitsbericht, in dem eine Auswahl der QualitĂ€tsdaten aller ordentlichen Mitglieder veröffentlicht werden. Die ordentlichen Mitglieder stellen dem Direktorium und der operativen Leitung dafĂŒr ihre Daten zur VerfĂŒgung.

e) Bereitstellung von Bearbeitungsvorgaben an das InterdisziplinÀre Tumorzentrum
Das Sekretariat des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums nimmt Anrufe von außen entgegen und leitet diese an die ordentlichen Mitglieder weiter. Dazu sind die ordentlichen Mitglieder verpflichtet, den Mitarbeiterinnen des Sekretariats Verfahrensanweisungen an die Hand zu geben, nach denen die Mitarbeiterinnen handeln sollen. Unter anderem ist zu regeln, ob und welche Sprechstundentermine vergeben werden dĂŒrfen und welche Anfragen an welche Ansprechpartner des ordentlichen Mitglieds weiterzuleiten sind.

f) Teilnahme an Arbeitsgruppen zur Festlegung von Therapieschemata und Behandlungspfaden
Die ordentlichen Mitglieder des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums entsenden in Projektgruppen zur Weiterentwicklung der interdisziplinĂ€ren Zusammenarbeit und zur Festlegung gemeinsamer Behandlungsschemata jeweils mindestens einen onkologisch erfahrenen Facharzt, soweit die Behandlung der TumorentitĂ€t in ihr Fachgebiet fĂ€llt. Sobald eine Projektgruppe ein Behandlungsschema festgelegt hat, wird dieses durch Beschluss des Direktoriums verbindlich fĂŒr alle ordentlichen Mitglieder.

g) Beteiligung an Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildungsveranstaltungen
An allen Maßnahmen der gemeinsamen Außendarstellung, der Öffentlichkeitsarbeit sowie an der DurchfĂŒhrung von Fort-, Weitebildungs- und Informationsveranstaltungen werden sich alle ordentlichen Mitglieder entsprechend den Vorgaben des Direktoriums beteiligen.

 
(3) Details zu den in Absatz (2) genannten Pflichten werden durch eine interne Arbeitsanweisung des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums geregelt. Diese Arbeitsanweisung wird durch die Leitung des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums vorbereitet und durch die Mitgliederversammlung verabschiedet. Das Direktorium hat das Recht, ordentliche Mitglieder, die wiederholt Vorgaben dieser Arbeitsanweisung missachten, zu verwarnen. Bei fortgesetztem Verstoß kann das Direktorium ein Ausschlussverfahren einleiten. 

(4) Die ordentlichen Mitglieder des InterdisziplinÀren Tumorzentrums haben folgende Rechte:

a) Teilnahme an der Mitgliederversammlung
b) Entgegennahme des Berichtes des Direktoriums
c) Anhörungs- und Vorschlagsrecht in der Mitgliederversammlung
d) Wahl und Entlastung des Direktoriums
e) Abstimmung ĂŒber Grundsatzfragen des Tumorzentrums im Rahmen der Mitgliederversammlung
f) Darstellung der eigenen Institution auf den Internetseiten und anderen Veröffentlichungen des Tumorzentrums
g) Nutzung der TĂ€tigkeiten der Operativen Leitung und des Sekretariates des Tumorzentrums
h) Passives Wahlrecht bei der Wahl des Direktoriums

(5) Die Rechte der außerordentlichen Mitglieder innerhalb des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums beschrĂ€nken sich grundsĂ€tzlich auf die Punkte a) bis c) des Absatzes (4) und werden darĂŒber hinaus in einer besonderen Kooperationsvereinbarung geregelt. Gleiches gilt fĂŒr Ihre Pflichten, insbesondere die Mitarbeit bei der Entwicklung der Tumordatenbank und das zur VerfĂŒgung stellen von Patientendaten. In der Mitgliederversammlung haben sie bei Abstimmungen kein Stimmrecht.

(6) Die außerordentlichen externen Mitglieder, d. h. solche die in keinem AnstellungsverhĂ€ltnis zu einem der Tochtergesellschaften der Gesundheit Nordhessen Holding AG stehen, haben das Recht, nach einem Jahr der außerordentlichen Mitgliedschaft die ordentliche Mitgliedschaft zu beantragen. Über den Antrag entscheidet das Direktorium. Nach Zustimmung zu diesem Statuswechsel sind diejenigen ordentlichen Mitglieder, die in keinem AnstellungsverhĂ€ltnis zu einem der Gesellschaften der Gesundheit Nordhessen Holding AG stehen, verpflichtet dafĂŒr Sorge zu tragen, dass die von ihnen vorgestellten Patientinnen/en der Verwendung ihrer Daten in der Tumorkonferenz bzw. der Speicherung in der Tumordatenbank zustimmen und die sonstigen Bestimmungen des Datenschutzes und der Ă€rztlichen Schweigepflicht eingehalten werden.

§ 6 Mitgliederversammlung

(1) Die Mitgliederversammlung wird mindestens zweimal jĂ€hrlich schriftlich mit einer Frist von vier Wochen unter Mitteilung der Tagesordnung durch das Direktorium einberufen. Außerordentliche Mitgliederversammlungen können auf Veranlassung des Direktoriums mit derselben Frist und unter Angabe des Beratungsgegenstandes einberufen werden oder wenn mindestens 30% der stimmberechtigten Mitglieder dies schriftlich beantragen.

(2) Die Mitgliederversammlung ist fĂŒr alle Aufgaben zustĂ€ndig, die nicht einem anderen Organ ĂŒbertragen sind, insbesondere:

a) der Entgegennahme des Jahresberichtes durch den Sprecher des Direktoriums
b) Entlastung des Direktoriums
c) Wahl des Direktoriums
d) Beschlussfassung ĂŒber Grundsatzfragen zur Ausrichtung und TĂ€tigkeit des Tumorzentrums
e) SatzungsÀnderungen

(3) Die Mitgliederversammlung fasst ihre BeschlĂŒsse mit einfacher Mehrheit. Dabei verfĂŒgt jedes ordentliche Mitglied ĂŒber eine Stimme, unabhĂ€ngig davon, durch wie viele Mitarbeiter es bei der Mitgliederversammlung vertreten wird. SatzungsĂ€nderungen können nur mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen werden.

(4) Die Sitzungen werden durch das Direktorium einberufen. Außerhalb von Sitzungen können sie, soweit nicht zwingend das Recht eine Form vorschreibt, durch schriftliche, fernschriftliche oder telefonische Abstimmung gefasst werden, wenn sich jedes Mitglied an der Abstimmung beteiligt.

(5) Die Einberufung erfolgt schriftlich an jedes Mitglied unter Angabe von Ort, Zeit und Tagesordnung mit einer Frist von mindestens vier Wochen bei ordentlichen Mitgliederversammlungen; bei EilbedĂŒrftigkeit kann die Einberufung mit angemessener kĂŒrzerer Frist erfolgen. 

(6) Die Mitgliederversammlung ist nur beschlussfĂ€hig, wenn mindestens die HĂ€lfte der Mitglieder vertreten ist. Sind weniger als die HĂ€lfte der Mitglieder vertreten, ist unter Beachtung von Abs. 4 mit einer Frist von mindestens vier Wochen eine neue Mitgliederversammlung mit gleicher Tagesordnung einzuberufen. Diese ist ohne RĂŒcksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder beschlussfĂ€hig, falls hierauf in der Einladung hingewiesen wird. 

(7) Sind sĂ€mtliche Mitglieder anwesend oder vertreten und mit der Beschlussfassung einverstanden, so können BeschlĂŒsse auch dann gefasst werden, wenn die fĂŒr die Einberufung geltenden gesetzlichen oder satzungsmĂ€ĂŸigen Bestimmungen nicht eingehalten werden.

(8) Über die Verhandlungen der Mitgliederversammlung ist ĂŒber den Verlauf der Versammlung eine Niederschrift anzufertigen, in welcher Ort, Zeit, Teilnehmer, Tagesordnung, wesentlicher Inhalt der Verhandlungen und die BeschlĂŒsse der Mitgliederversammlung anzugeben sind. Die Niederschrift ist vom SchriftfĂŒhrer und dem Leiter der Sitzung zu unterzeichnen. Jedem Mitglied und der GeschĂ€ftsfĂŒhrung des Klinikums Kassel ist eine Abschrift der Niederschrift zu ĂŒbersenden.

§ 7 Direktorium

(1) Das Direktorium wird aus dem Kreis der ordentlichen Mitglieder durch die Mitgliederversammlung fĂŒr eine Amtsdauer von zwei Jahren gewĂ€hlt. Es setzt sich zusammen aus einem Vorsitzenden (Sprecher) und zwei Stellvertretern.

(2) Das Direktorium berĂ€t mindestens viermal jĂ€hrlich. Es ist beschlussfĂ€hig, wenn alle drei Mitglieder anwesend sind. Die BeschlĂŒsse werden bei einfacher Stimmenmehrheit gefasst. Die gefassten BeschlĂŒsse werden protokolliert und vom Vorsitzenden unterzeichnet. Alle Mitglieder des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums sowie die GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Klinikum Kassel GmbH erhalten jeweils ein Exemplar der Protokolle.

(3) Das Direktorium ist das Leitungsgremium des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums. Zu seinen Aufgaben gehören insbesondere: 

a) Einrichten von Tumorboards und Projektgruppen
b) Beschluss von Behandlungspfaden auf Vorschlag der mit der Entwicklung betrauten Projektgruppen
c) Beschlussfassung ĂŒber die Aufnahme neuer Mitglieder oder den Ausschluss von Mitgliedern 

Folgende Entscheidungen bereitet das Direktorium vor:

a) Strategische Ausrichtung des Tumorzentrums
b) QualitĂ€tsverbessernde Maßnahmen unter BerĂŒcksichtigung des Wirtschaftlichkeitsgebots
c) Entscheidungen ĂŒber interdisziplinĂ€ren Forschungsprojekten und Studien
d) Vorschlag an die GeschĂ€ftsfĂŒhrung ĂŒber die Verwendung von Mitteln
e) Konzeptentwicklung zur Implementierung fachabteilungsĂŒbergreifender Strukturen und Einrichtungen
f) Konzeptionelle und strategische Weiterentwicklung des Tumorzentrums

Die Entscheidung ĂŒber die EntwĂŒrfe des Direktoriums wird durch die Mitgliederversammlung mit einfacher Mehrheit getroffen.

§ 8 Operative Leitung des InterdisziplinÀren Tumorzentrums

(1) Die Organisation und DurchfĂŒhrung der Aufgaben des Tumorzentrums obliegt der hauptamtlichen Operativen Leitung. Sie ist gebunden an die BeschlĂŒsse des Direktoriums sowie die Weisungen des Vorsitzenden. Die Operative Leitung nimmt an allen Sitzungen des Tumorzentrums teil und bereitet diese vor und nach.

(2) Die Aufgaben der Operativen Leitung sind insbesondere:

a) Organisation und Vorbereitung der Sitzungen des Direktoriums
b) Vorbereitung und Umsetzung der BeschlĂŒsse des Direktoriums
c) RegelmĂ€ĂŸige Berichterstattung ĂŒber das InterdisziplinĂ€re Tumorzentrum an das Direktorium 
d) Identifizierung von Chancen und Risiken des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums 
e) FĂŒhrung der direkten Mitarbeiter des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums
f) Organisation und DurchfĂŒhrung von Veranstaltungen zur Information, Aus- und Weiterbildung des Personals und externer Dritter
g) BemĂŒhungen um Zuwendungen Dritter
h) DurchfĂŒhren von Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit
i) Organisation der Tumordokumentation und der Arbeit der InterdisziplinĂ€ren Tumordokumentare 
j) JĂ€hrliche Erstellung eines TĂ€tigkeits- und QualitĂ€tsberichtes fĂŒr das InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrum

§ 9 Wirtschaftliche Beziehungen des Tumorzentrums

Alle wirtschaftlichen Beziehungen des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums werden durch die Klinikum Kassel GmbH geregelt. Arbeits-, Kauf- und DienstleistungsvertrĂ€ge werden durch die Klinikum Kassel GmbH abgeschlossen und verwaltet. Soweit Mitglieder des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums gleichzeitig auch gegen eine VergĂŒtung Leistungen fĂŒr das Tumorzentrum erbringen sollen, muss durch die Klinikum Kassel GmbH ein entsprechender Dienstleistungsvertrag geschlossen werden.

§ 10 Haftung

Die Verantwortung in der Krankenversorgung liegt beim behandelnden Arzt. Die Therapieempfehlungen des InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrums im Einzelfall sind nicht verbindlich, eine Haftung ist ausgeschlossen. 

§ 11 Änderungen der Satzung

Diese Satzung kann aufgrund des Votums der Mitgliederversammlung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln und nachfolgendem bestĂ€tigenden Beschluss der GeschĂ€ftsfĂŒhrung geĂ€ndert werden.

§ 12 Inkrafttreten

Diese Satzung tritt am 1. September 2008 in Kraft. Am 23.02.09 wurde die Satzung geÀndert in den Unterpunkten 5 und 6 des § 5. Am 20.02.14 wurde die Satzung in den Unterpunkt 1 des § 3 und in der Orthographie geÀndert.

Kooperationsvereinbarung

zwischen 

dem InterdisziplinĂ€ren Tumorzentrum am Klinikum Kassel, Mönchebergstr. 41 – 43, 34123 Kassel, vertreten durch das Direktorium Prof. Dr. Martin Wolf, Prof. Dr. Thomas Dimpfl und Prof. Dr. Michaela Nathrath , - im folgenden Tumorzentrum - 

und .... 

- im folgenden außerordentliches Mitglied 


PrĂ€ambel 

Das Tumorzentrum wurde zum Zweck der fachĂŒbergreifenden Koordination der AktivitĂ€ten zur optimalen Versorgung onkologischer Patientinnen/-en gegrĂŒndet und steht den onkologisch tĂ€tigen KrankenhĂ€usern, niedergelassenen Ärzten und sonstigen in die Behandlung dieser Patientengruppe eingebundenen Institutionen beratenden zur VerfĂŒgung. Ziel des Zentrums ist es, allen Patientinnen/-en im Versorgungsgebiet Zugang zur aktuellen Diagnostik- und Therapieverfahren zu ermöglichen und durch einen breiten fachlichen Erfahrungsaustausch zu der Optimierung dieser Verfahren beizutragen. Vor diesem Hintergrund schließen die Parteien diese Kooperationsvereinbarung:

§ 1 Allgemeinen Grundlagen

Das außerordentliche Mitglied erkennt die Satzung des Tumorzentrums Kassel vom 31.05.2021 an. In dieser Satzung sind alle Rechte und Pflichten fĂŒr die außerordentlichen Mitglieder geregelt.

§ 2 Rechte und Pflichten

(1) Das außerordentliche Mitglied kann sich zeitnah im Tumorzentrum eine Zweitmeinung fĂŒr seine Patienten einholen, indem es diese in interdisziplinĂ€ren Tumorkonferenzen selbst vorstellt oder durch andere Mitglieder des Tumorzentrums vorstellen lĂ€sst.

(2) Das außerordentliche Mitglied hat die Möglichkeit, an Studien aktiv teilzunehmen.

(3) Dem außerordentlichen Mitglied steht es im Rahmen der vorhandenen KapazitĂ€ten frei, an vom Tumorzentrum angebotenen Fortbildungsveranstaltungen aktiv teilzunehmen.

(4) Es besteht die Möglichkeit, nach einem Jahr der außerordentlichen Mitgliedschaft den Status des ordentlichen Mitglieds zu beantragen. Über den Antrag entscheidet das Direktorium.

(5) Alle außerordentlichen Mitglieder werden auf Wunsch mit diesem Status namentlich auf der Homepage des Tumorzentrums (www.tumorzentrum-kassel.de) veröffentlicht. Zudem ist das außerordentliche Mitglied berechtigt, als Kooperationspartner des Tumorzentrums Kassel aufzutreten und diese Mitgliedschaft kenntlich zu machen.

(6) Das außerordentliche Mitglied ist verpflichtet, an der umfassenden Tumordatenbank mitzuarbeiten, die auch die Erfassung von Nachsorgedaten umfasst. Im Gegenzug dazu hat das Mitglied Zugang zu Auswertungen von eigenen Patienten in der Tumordatenbank.

(7) Das außerordentliche Mitglied hat dafĂŒr Sorge zu tragen, dass seine Patienten bzw. deren Daten, die in interdisziplinĂ€ren Tumorkonferenzen des Tumorzentrums vorgestellt oder in einer Tumordatenbank gespeichert werden, darĂŒber informiert werden und einwilligen. Das außerordentliche Mitglied ist dafĂŒr verantwortlich, dass seine Patientinnen/-en den behandelnde/n Ärztin/Arzt von Ihrer/seiner Ă€rztlichen Schweigepflicht insoweit entbindet, wie es fĂŒr die Vorstellung in der Tumorkonferenz erforderlich ist. Das außerordentliche Mitglied ist im VerhĂ€ltnis zu seinen Patientinnen/-en fĂŒr die Einhaltung aller datenschutzrelevanten Bestimmungen verantwortlich.

§ 3 Haftung

Die Letztverantwortung fĂŒr alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen liegt immer bei der/dem behandelnden Ärztin/Arzt. Die Besprechung eines Behandlungsfalles in den Tumorkonferenzen entbindet nicht von dieser Verantwortung. Eine Haftung des Tumorzentrums fĂŒr Behandlungsfehler ist ausgeschlossen.

§ 4 Laufzeit der Kooperationsvereinbarung und Folgen einer KĂŒndigung

(1) Die Kooperationsvereinbarung wird fĂŒr unbestimmte Zeit geschlossen.

(2) Die außerordentliche Mitgliedschaft kann grundsĂ€tzlich zu jedem Quartalsende durch schriftliche ErklĂ€rung gegenĂŒber dem Direktorium gekĂŒndigt werden.

§ 5 Schlussbestimmungen

(1) Änderungen und ErgĂ€nzungen dieser Vereinbarung bedĂŒrfen der Schriftform. Dies gilt auch fĂŒr dieses Schriftformerfordernis.

(2) Sollten einzelne Bestimmungen dieser Vereinbarung unwirksam sein oder werden, wird dadurch die Wirksamkeit der ĂŒbrigen Inhalte nicht berĂŒhrt. Im Fall der Unwirksamkeit werden die Parteien eine Bestimmung vereinbaren, die dem Sinn und Zweck dieser Vereinbarung dieser Vereinbarung entspricht und der unzulĂ€ssigen Bestimmung in zulĂ€ssiger Weise am nĂ€chsten kommt.