Aktuelles aus der Herzmedizin
TAVI und Mitraklappen-Programm im Zentrum für Herzmedizin erneut zertifiziert
Sowohl das TAVI-Zentrum als auch das Mitralklappen-Zentrum am Klinikum Kassel wurden aktuell rezertifiziert. Die Zertifizierung wird regelmäßig von der zuständigen Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. vorgenommen. Diese beiden wichtigen Bereiche der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen unter der Leitung von Prof. Dr. Rainer Gradaus behandeln hessenweit Patient*innen mit teilweise hochgradigen Herzproblemen.
Zur Zertifizierung
Bereits im Dezember 2009 startete die Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen das Klappenprogramm am Klinikum Kassel. Im Jahre 2022 erfolgte zum ersten Mal die Zertifizierung der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen. Bei einer Zertifizierung prüfen unabhängig Expert*innen aus dem Fachgebiet, ob Kriterien wie Prozesse, Personalausstattung und Strukturvorgaben - vor allem aber die Qualität der Patientenversorgung erfüllt sind. Außerdem ist die Vernetzung zur Herzchirurgie, Intensivmedizin, Anästhesiologie und weiteren Behandlungspartnern am Klinikum Kassel ein wichtiges Kriterium für eine Zertifizierung. Diese gilt aktuell bis 2030.
Chefarzt Prof. Dr. Rainer Gradaus sagt dazu:
„Studien belegen, dass zertifizierte Zentren bessere Behandlungsergebnisse für die Patient*innen bieten. Mit über 1.200 TAVIs und rund 400 Mitralklappen-Behandlungen seit Programmbeginn sind wir das führende Behandlungszentrum in Nordhessen. Ich freue mich, dass unsere medizinische Leistung zum Wohle der Patient*innen diese erneute Anerkennung findet.“
TAVI und Mitralklappen
Interventionelle, kathetergestützte Behandlungen von Herzklappenerkrankungen gehören zum Schwerpunkt der Klinik:
TAVI (Transcatheter Aortic Valve Implantation = Kathetergestützter Aortenklappenersatz) stellt eine Behandlungsmöglichkeit für Patient*innen mit einer hochgradigen Einengung (=Stenose) der Aortenklappe dar. Dabei wird eine neue Herzklappe kathetergestützt implantiert, ohne dass eine Öffnung des Brustkorbs oder der Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine notwendig ist. Auch eine Vollnarkose ist für diese Prozedur nicht mehr notwendig, so dass dieses schonende Verfahren für die meisten Patient*innen mit einer Aortenklappenstenose im Alter über 75 Jahren die Therapie der Wahl darstellt.
Funktioniert die Mitralklappe im Herzen nicht mehr ausreichend, kann eine MitraClip®-Therapie zum Einsatz kommen. Über die Vene in der Leiste wird ein Katheter in den rechten Vorhof des Herzens und mittels Punktion der Vorhofscheidewand in den linken Vorhof vorgeschoben. Der MitraClip® befindet sich an der Spitze des Katheters und wird unter Röntgen- und kontinuierlicher Ultraschallkontrolle positioniert. Durch die Befestigung des Clips an den Mitralklappensegeln wird die Undichtigkeit der Klappe auf ein Minimum reduziert. Dadurch verbessert sich nicht nur die Leistungsfähigkeit der Patient*innen, sondern auch die Lebenserwartung.
Das Verfahren ist für die Patient*innen sehr schonend, so dass diese nach der Prozedur nicht mehr intensivmedizinisch überwacht werden müssen, sondern direkt zurück auf die Normalstation können. Mittlerweile wird durch dieses Verfahren nicht nur die Mitralklappe behandelt, sondern in gleicher Technik mittels des TriClip® Systems auch die Trikuspidalklappe.
Zur Klinik
Die Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen ist Teil des Zentrums für Herzmedizin am Klinikum Kassel und hat einen überregionalen Versorgungsauftrag und ist Schwerpunktklinik für alle akuten und chronischen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Die Internistische Intensivmedizin zählt ebenfalls zum Aufgabenbereich.
Schwerpunkt der Behandlung ist die schnelle und zielgerichtete Versorgung bei einem akuten Herzinfarkt, einem akuten Herzversagen oder lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen sowie nach Herz-Lungen-Wiederbelebungen. Zudem werden Patient*innen mit einer stabilen koronaren Herzerkrankung, Herzrhythmusstörungen, einer chronischen Herzschwäche und Herzklappenerkrankungen inklusive kathetergestützter Herzklappenbehandlung (TAVI / MitraClipping® und TriClipping®) behandelt. Weiter werden Patient*innen mit einem Herzschrittmacher, implantierbarem Defibrillator (ICD) oder einem kardialen Resynchronisationssystem (CRT-System) bestens versorgt.
Telefon: 0561 980 5254 Weitere Informationen zur Klinik und zum Zentrum für Herzmedizin finden Sie auf den Webseiten der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Klinikum Kassel und dem Zentrum für Herzmedizin am Klinikum Kassel. |