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Wirbelsäulenchirurgie

Die Behandlung von Wirbelsäulenmetastasen erfordert eine interdisziplinäre Kooperation zwischen Onkologen, Neurochirurgen, Strahlentherapeuten und je nach Primärtumor mit anderen Fachdisziplinen wie Urologie oder Gynäkologie. Die angestrebte Behandlung muss an die Gesamtprognose der Patientinnen und Patienten angepasst sein.

Durch die zunehmende Lebenserwartung der Gesellschaft und die Erfolge in der onkologischen Behandlung steigt die Anzahl an Patientinnen und Patienten mit Wirbelsäulen-Metastasen.

In unserem Tumorzentrum am Klinikum Kassel werden Patientinnen und Patienten gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Onkologie sowie der Strahlentherapie  mit Wirbelsäulen-Metastasen interdisziplinär behandelt. Ca. 50% der Metastasen gehen von einem Primärtumor aus, der in der Brust, Lunge oder Prostata lokalisiert ist. Am häufigsten betroffen ist der Abschnitt der Brustwirbelsäule (70%), gefolgt von der Lenden- (20%) und dann der Halswirbelsäule (10%).

Symptome

Wirbelsäulenmetastasen fallen in der Regel zunächst durch lokale Schmerzen im Rücken, später aber auch durch ausstrahlende Beschwerden auf. Neurologische Ausfälle (Lähmungserscheinung, Gefühlsstörung bis hin zu Querschnittslähmung) treten bei zunehmender Einengung des Wirbelkanals durch Quetschung des Rückenmarks auf. Führt die Tumorbesiedlung zum Wegfall des Knochens, so deformiert sich der betroffene Wirbelsäulenabschnitt und es kommt zur Instabilität der Wirbelsäule.

Diagnostik

Besteht der Verdacht auf Wirbelsäulenmetastasen, sind verschiedene Untersuchungsmethoden notwendig:

  • Röntgen
  • Computertomographie
  • MRT
  • Skelettszintigraphie
  • PET-CT

Therapie

Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Wirbelsäulen-Metastasen ist eine interdisziplinäre patientenbezogene Entscheidung. So spielen viele Faktoren eine Rolle bei der spezifischen Therapieplanung:

  • lokale Tumorausdehnung
  • neurologischer Status
  • Gesamtüberlebensprognose
  • Art des Primärtumors
  • Metastasierungsgrad

Abhängig von den o. g. Faktoren wird in der Tumorkonferenz die Entscheidung über das weitere Vorgehen (operativ/konservativ) getroffen. 

Besteht die Indikation zur Operation, so werden die Patientinnen und Patienten während des stationären Aufenthalts nach Sicherung der Histologie in der Strahlenklinik vorgestellt. Nach Abschluss der neurochirurgischen Behandlung erfolgt dann die weitere intensive Betreuung durch die Kolleginnen und Kollegen der Strahlentherapie und der Onkologie.

Chirurgische Behandlung

Ziele der Operation sind: die Schmerzreduktion, die Entlastung der neuralen Strukturen zum Erhalt bzw. Verbesserung der neurologischen Funktionen sowie die Stabilisierung der Wirbelsäule.

Die Operationsmethode hängt von dem Ausmaß sowie der Ausdehnung des Wirbelsäulenbefalls ab. Liegt lediglich eine Kompression der neuralen Strukturen vor, so reichen eine knöcherne Entlastung und die histologische Sicherung aus. Ist hingegen die Stabilität der Wirbelsäule beeinträchtigt oder droht eine Querschnittslähmung durch das Auflösen von Knochen, so ist eine Stabilisierungsoperation erforderlich. Es stehen verschieden Operationsverfahren zur Verfügung. Als Standardverfahren gilt die Stabilisierung der Wirbelsäule von hinten mittels Schrauben-Stab-System mit anschließender Entlastung der neuralen Strukturen. In manchen Fällen sind aufgrund der massiven knöchernen Destruktion kombinierte Verfahren (hintere Stabilisierung mit Implantation von Wirbelkörperersatz von vorne) erforderlich.

So erreichen Sie uns:

Prof. Dr. med. Wolfgang Deinsberger

Chefarzt

Prof. Dr. med. Wolfgang Deinsberger

Chefarzt

Klinikdirektor der Neurochirurgie