Zum Hauptinhalt springen

Endoskopische Operationen -
oder die "Schlüssellochchirurgie"

Bei der laparoskopischen Chirurgie (Bauch- oder Brusthöhlenspiegelung) wird der Bauchraum mit Kohlendioxid gefüllt und die chirurgischen Instrumente werden, wie die Optik über dünne Kanülen in den Bauch oder die Brusthöhle eingebracht. Operiert wird mit Hilfe eines Videobildes, das von einer kleinen Kamera, die auf der Optik sitzt, auf die Monitore übertragen wird. Die erste laparaskopische Operation liegt 40 Jahre zurück, das Verfahren hat sich seit Mitte der 90er Jahre mit einer unglaublichen Rasanz durchgesetzt. 

Vorteile der endoskopischen Operation

  • Größere Schnitte um in den Bauchraum zu gelangen sind nicht mehr notwendig. Dieses führt zu geringerer Beeinträchtigung der körperlichen Integrität mit weniger Schmerzen und einem kürzerem Klinikaufenthalt.
  • Der Bauchraum wird weniger traumatisiert. Haken und Bauchtücher, die kleinere Verletzungen des Bauchfells verursachen, werden nicht mehr eingesetzt. Durch die kleine Schnitt-Technik entstehen weniger Komplikationen, wie z. b. Narbenbrüche oder Wundheilungsstörungen. Auch Verwachsungen sind wesentlich seltener, das Immunsystem wird weniger belastet.
  • Häufig hat man eine sehr viel bessere Übersicht als in der offenen Chirurgie, da mit der Kamera natürlich ein sehr gezieltes Bild möglich ist und verschiedene Sichtwinkel eingestellt werden können, zumal die Ansicht optisch vergrössert wird.
  • Spezielle Präparationstechniken sind entwickelt worden, die exakter mit viel weniger Blutverlust einhergehen als bei offenen Operationen. Bluttransfusionen sind bei diesen Operationen zu einer Seltenheit geworden.
  • Bestimmte Verfahren wie z.B. Fluoreszenzkontrast (ein Verfahren um Durchblutungsverhältnisse sichtbar zu machen) sind überhaupt nur mit modernen Videoverfahren möglich.

Zu den Nachteilen von endoskopischen Operationen

  • Jede neue endoskopische Operation muss mit großem Aufwand trainiert werden. Viele ansonsten erfahrene Operateure müssen wieder von vorne anfangen zu lernen.
  • Es ist sehr viel Technik erforderlich, dadurch entsteht eine Abhängigkeit deren Umgang erlernt werden muss. Der Chirurg muss die konventionelle Technik können, um im Notfall darauf zurückgreifen zu können.
  • Durch die Einführung der Instrumente über die Tokarhülsen ist die Beweglickeit der Instrumente eingeschränkt, geübte OP-Abläufe müssen geändert werden.
  • Das Team muss neu angelernt und trainiert werden, da durch den starren Blick auf den Fernsehmonitor eine hohe Konzentrationsleistung erforderlich ist.
  • Schwer herz- und lungenkranke Patienten können Probleme mit dem Kohlensäuregas bekommen und dürfen daher nicht mit diesem Verfahren operiert werden.
  • Ausgeprägte Verwachsungen oder auch sehr grosse Tumore können die minimal-invasive Operation verhindern.

Grundsätzlich ist hier die technische Entwicklung noch lange nicht zum Stillstand gekommen. Es werden laufend neue Instrumente entwickelt um die Nachteile dieser endoskopischen Operation auszugleichen oder aber die Anwendungsmöglichkeiten zu erweitern. Inzwischen ist HD-Video der Standard, 4k verfügbar, 3D-Verfahren eingeführt-und es wird weitergehen.

Unser Angebot im Krankenhaus Bad Arolsen

Von den vielen operativen Möglichkeiten bei endoskopischen Operationen bieten wir hier im Krankenhaus Bad Arolsen an:

  • die Chirurgie des gesamten Bauchraumes, insbesondere die gut- und bösartige Dickdarmchirurgie
  • Operation des Leistenbruchs sowie aller anderen Brüche
  • Antirefluxchirurgie (Sodbrennen, Zwerchfellbrüche)
  • Thoraxoperationen inkl. peripherer Lungeneingriffe 

Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Eingriffe im Bereich der Unfallchirurgie, wie z. B. Gelenkspiegelungen oder auch im Bereich der Gynäkologie.  

 

Weitere technische Entwicklungen werden folgen

  • Bessere Nahtmaschinen und Instrumente
  • Kleinere und dünnere Optiken
  • Bessere Lichtquellen
  • In der Zukunft werden noch viel mehr endoskopische Operationen in großer Routine möglich sein. Unser oberstes Ziel aber ist: Die "schmerzlose" Operation zu erreichen. 

Auch wenn diese Vorstellung aus heutiger Sicht etwas zu phantastisch erscheint, soll an die Worte des Johann Friedrich Dieffenbach aus dem Jahre 1847 anlässlich der Einführung der ersten Äethernarkose in Deutschland erinnert werden soll: 
"Der schöne Traum, dass der Schmerz von uns genommen, ist zur Wirklichkeit geworden. Der Schmerz, dies höchste Bewusstwerden unserer irdischen Existenz, diese deutlichste Empfindung der Unvollkommenheit unseres Körpers, hat sich beugen müssen vor der Macht des menschlichen Geistes, vor der Macht des Ätherdunstes." 

Wir sind für Sie da

Wolfgang Kockrow

Chefarzt

Wolfgang Kockrow

Chefarzt

Dr. med. Frank Raible

Chefarzt

Dr. med. Frank Raible

Chefarzt