Zum Hauptinhalt springen

Ressourcenorientierte Bewegungsförderung und Kinästhetik

Mit der Behandlung im Krankenhaus geht häufig eine Bewegungseinschränkung einher. Bewegungsmangel und Mobilitätseinbußen sind Ursachen für dauerhafte Pflegebedürftigkeit und können mit weiteren Gesundheitsrisiken wie Immobilität, Lungenentzündungen, Wundliegen, Thrombosen und erhöhter Sturzgefahr einhergehen. Durch gezielte Bewegung können Sie Ihre Mobilität wiedererlangen bzw. Einschränkungen vermeiden. Zur Förderung der Beweglichkeit werden die Pflegenden kontinuierlich sensibilisiert und geschult.

Kinästhetik

Kinästhetik ist ein handlungsorientiertes Lernmodell, das hilft, Patientinnen und Patienten  aktiv in die Pflege mit einzubeziehen. Die Gesundheit wird durch Förderung der eigenen Bewegungsmöglichkeiten mit den Patientinnen und Patienten gemeinsam entwickelt.

Pflegende haben nicht nur den Auftrag, die fehlende Funktion für den betroffenen Menschen zu übernehmen, sondern auch dessen Ressourcen zu erhalten und zu fördern. Es können Unterstützungsmöglichkeiten für alltägliche Probleme wie Betten, Waschen, Positionswechsel, Transfers (z.B. vom Bett in den Stuhl) oder Essen anreichen gefunden werden. 

Kinästhetik in der Pflege ist kein Konzept zum Erlernen des richtigen Handgriffs oder der korrekten Körperhaltung. Kinästhetik ist vielmehr ein kreatives Handling-Konzept für die Interaktion mit den Patientinnen und Patienten durch Bewegung und Berührung.

Durch Vermeiden von Heben und Tragen wird rückenschonendes Arbeiten unterstützt.

Für Pflegende werden Grundkurse und kontinuierliche Arbeitsgruppen angeboten, die anhand der eigenen Körpererfahrung, Bewegungsabläufe studieren und die Übertragung auf die Situation mit den Patientinnen und Patienten erarbeiten und diese reflektieren.

Kinaesthetics Infant Handling

Dieses Programm wurde speziell für Säuglinge und Kleinkinder entwickelt und thematisiert die Entwicklung der Bewegungskompetenz im Rahmen pflegerischer Handlungen. Diese Kompetenz ist an der Gesundheitsentwicklung von Säuglingen und Kleinkindern maßgeblich beteiligt. Das Programm beruht auf professioneller, pflegerischer Unterstützung in Bewegungsabläufen.

Pflegende brauchen eine hohe Sensibilität und Anpassungsfähigkeit ihrer eigenen Bewegungen, um die Interaktion mit den Kindern durch Berührung und Bewegung entwicklungs- und gesundheitsfördernd zu gestalten. 

Kinaesthetics Infant Handling wird auf der neonatologischen und pädiatrischen Intensivstation, sowie im Bereich der stationären neuropädiatrischen Versorgung umgesetzt.

Basale Stimulation

Die Basale Stimulation ist ein Kommunikationskonzept, welches von dem Sonderpädagogen und heilpädagogischen Psychologen Prof. Dr. Andreas Fröhlich entwickelt wurde.

Seit den 1970er Jahren hat sich die Basale Stimulation als Förderkonzept für Kinder und Erwachsene mit Behinderung bewährt. Gemeinsam mit der Krankenpflegerin und Diplompädagogin Christel Bienstein wurde dieses Konzept in der 1980er Jahren in die Pflege übertragen und etablierte sich in vielen pflegerischen Bereichen.

Das Konzept der Basalen Stimulation ist im Bereich Neuropädiatrie und Frührehabilitation, Kinder-Intensivpflege und Neonatologie fester pflegerischer Bestandteil. Das Konzept gibt Menschen mit Wahrnehmungsstörungen gezielte und individuelle Anregungen, um in Kommunikation zu treten und ihre Ressourcen zu fördern. Die Individualität und die persönlichen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten stehen dabei im Vordergrund. 

Das Gespräch mit den Angehörigen und eine damit verbundene biografische Anamnese, ist ein wichtiger Baustein für den Pflegeplan des Patienten. So werden Gewohnheiten des Patienten über Essen, Trinken, Schlaf und Hobbys erfragt und integriert. 

Die Angehörigen werden selbstverständlich in die Förderung der Patientinnen und Patienten einbezogen, denn sie sind ein wichtiger Baustein um an Bekanntes und Erfahrungen anzuknüpfen.