Hilothermie
Hilothermie ist ein innovatives Verfahren, das während einer Chemotherapie zur kontrollierten Kühlung von Händen, Füßen oder der Kopfhaut eingesetzt wird und dabei helfen kann, typische Nebenwirkungen wie die chemoinduzierte Polyneuropathie (CIPN) und Alopezie zu reduzieren.
Typische Nebenwirkungen einer Chemotherapie
Bei der CIPN handelt es sich um eine Schädigung der peripheren Nerven, die durch bestimmte Chemotherapeutika ausgelöst wird und sich durch Missempfindungen, Taubheit oder Schmerzen, vor allem in Händen und Füßen, äußern kann.
Die Alopezie bezeichnet den oft belastend erlebten, therapiebedingten Haarausfall.
Ablauf einer Hilothermie
Während der Hilothermie werden Hände, Füße oder die Kopfhaut mithilfe spezieller Kühlmanschetten oder einer Kühlhaube während und nach der Chemotherapie kontinuierlich auf eine exakt definierte Temperatur (in den meisten Fällen 10–12°C für Hände und Füße, ca. 19–20°C für die Kopfhaut) heruntergekühlt. Die Kühlung beginnt 30 Minuten vor der Chemotherapie und wird während sowie 30–60 Minuten danach fortgesetzt.
Wirkungsweise der Hilothermie
Durch die gezielte Absenkung der Gewebetemperatur kommt es zu einer Engstellung der Blutgefäße sowie zu einer starken Reduktion von Durchblutung und Stoffwechsel in dem gekühlten Bereich. Dadurch gelangen weniger Chemotherapeutika in die dortigen Nervenendungen und Haarwurzeln, was wiederum das Risiko für Nervenschädigungen und Haarausfall deutlich senkt.
Studien zeigen, dass die Hilothermie die Häufigkeit und Schwere der chemoinduzierten Polyneuropathie sowie des Hand-Fuß-Syndroms signifikant reduzieren kann, insbesondere, wenn die Kühlung prophylaktisch, also frühzeitig ab der ersten Chemotherapie-Sitzung, eingesetzt wird. Auch der häufig belastende Haarausfall lässt sich durch Kopfhautkühlung sichtbar abschwächen und teilweise vermeiden.
Sprechen Sie uns bei Interesse gerne an.
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