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Qualitätssicherung im Krankenhausbereich

Krankenhäuser sind in Deutschland nach § 135a SGB V verpflichtet, einrichtungsintern ein Qualitätsmanagement zu etablieren und sich an einrichtungsübergreifenden Maßnahmen der Qualitätssicherung zu beteiligen, mit dem Ziel der Sicherung der Behandlungsqualität sowie der Herstellung einer Vergleichbarkeit der erbrachten medizinischen Leistungen. Erkenntnisse aus Qualitätssicherungsmaßnahmen unterstützen zudem unser einrichtungsinternes Qualitätsmanagement.

Unterschieden werden kann im Bereich der Qualitätssicherung zwischen bundes- sowie landesweit verpflichtender Qualitätssicherung und einer freiwilligen Teilnahme an Initiativen zur Qualitätssicherung. Die Gesundheit Nordhessen nimmt neben den gesetzlich verpflichtenden (esQS) auch an freiwilligen (z.B. Initiative Qualitätsmedizin - IQM) Maßnahmen zur externen Qualitätssicherung teil.

Als Ansprechpartner für das Thema Qualitätssicherung stehen Ihnen im Unternehmen zur Verfügung:

Felizitas Hermenau
Expertin für medizinische Qualitätssicherung
Telefon: 0561 980-4962 
Helene Grad
Leitung Stabsstelle Qualitätsmanagement und Organisation
Telefon: 0561 980-4960

Verpflichtende externe stationäre Qualitätssicherung

Des Weiteren sind alle Krankenhäuser im Rahmen der externen stationären Qualitätssicherung verpflichtet, jährlich einen strukturierten Qualitätsbericht zu erstellen und diesen auch zu veröffentlichen. Der Bericht dient zum einen als Orientierungshilfe für Patienten, Einweiser, weiterbehandelnde Ärzte und Krankenkassen und zum anderen bietet er den Krankenhäusern die Möglichkeit, strukturelle Gegebenheiten, angebotene Leistungen und die jeweils erbrachte Qualität darzustellen. Der Qualitätsbericht jeder Klinik ist im Internet über eine Referenzdatenbank des G-BA abrufbar. Auf Internetseiten von Krankenkassen, ihren jeweiligen Verbänden oder Patientenorganisationen werden zudem sogenannte Kliniksuchmaschinen angeboten, die auf Informationen aus den Berichten zurückgreifen (z.B. Weiße Liste der Bertelsmann Stiftung). Auf Basis verschiedener Merkmale sind mithilfe der Suchmaschinen auch Krankenhausvergleiche möglich.

Die Qualität der Leistungserbringung steht spätestens nach Verabschiedung des Gesetzes zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung, kurz KHSG, Anfang des Jahres 2016 im Fokus der politischen Aufmerksamkeit und wird erstmals auch als externes Steuerungs- und Planungsinstrument genutzt. Neben weiteren Schwerpunkten des Gesetzes wurde Qualität als Kriterium bei der Krankenhausplanung (Stichwort PlanQIs in der Gynäkologie und Geburtshilfe) und sogenannte Qualitätszu- und -abschläge für definierte Leistungen eingeführt. Momentan werden diverse neue Qualitätssicherungsverfahren durch den G-BA beauftragt und vom IQTIG umgesetzt. Auch das Land Hessen, vertreten durch die Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen, entwickelt immer wieder Verfahren, die dann auf Landesebene verpflichtend umzusetzen sind – so wurde im Jahr 2016 beispielsweise ein Qualitätssicherungsverfahren zu multiresistenten Keimen eingeführt (MRE-Projekt).

Freiwillige externe Qualitätssicherung - Initiative Qualitätsmedizin (IQM)

Die Gesundheit Nordhessen ist zusammen mit weiteren führenden Krankenhausträgern Gründungsinitiator und Mitglied der Initiative Qualitätsmedizin (IQM), einem Zusammenschluss von Krankenhäusern in kommunaler, konfessioneller oder privater Trägerschaft und Universitätskliniken.

IQM ist die erste trägerübergreifende Initiative zur medizinischen Qualitätssicherung in Deutschland. Alle IQM-Mitgliedskliniken verfolgen ein gemeinsames Ziel: die kontinuierliche Verbesserung und Sicherung von Qualität in der Medizin. Über die gesetzlich verpflichtende externe Qualitätssicherung hinaus verpflichten sich die Mitglieder von IQM zu den folgenden drei Grundsätzen:

  • Medizinische Ergebnisqualität wird auf Basis von Routinedaten gemessen
  • Behandlungsprozesse mit auffälligen Ergebnissen werden in einem Peer Review Verfahren analysiert, um Maßnahmen zur Verbesserung einzuleiten
  • Erreichte Qualitätsergebnisse werden auf der Homepage der jeweiligen Klinik veröffentlicht

Halbjährlich sowie jährlich werden Krankenhausabrechnungsdaten nach §21 KHEntgG übermittelt und anhand dieser Daten zur Zeit über 350 Qualitätskennzahlen für 64 relevante Krankheitsbilder und Behandlungsverfahren (Qualitätsindikatoren: G-IQI: German inpatient quality indicators – entwickelt von der TU Berlin) berechnet. Neben den mittels eines Referenzwertes beurteilten Indikatoren werden Sterblichkeits- und Komplikationsraten sowie relevante Mengeninformationen und Behandlungstechniken ausgewiesen. 

Über die Qualitätsmessung auf Basis von Routinedaten und deren zeitnahe Veröffentlichung hinaus ist für die Mitglieder von IQM das aktive Qualitätsmanagement mithilfe eines sogenannten Peer Review Verfahren verbindlich. Dabei werden im Rahmen trägerübergreifender Begehungen vor Ort Behandlungsprozesse durch Chefärztinnen bzw. Chefärzte überprüft, um im kollegialen Austausch auf Augenhöhe eine kontinuierliche Verbesserung der Behandlungsqualität zu erzielen.

Die Qualitätsergebnisse der IQM-Mitgliedskrankenhäuser werden klinikintern sowohl der innerbetrieblichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht als auch mit Führungskräften kommuniziert, um konkrete Qualitätsziele zu vereinbaren. Die transparente Darstellung im klinikeigenen Internetauftritt ermöglicht auch Patienten, Angehörigen und Einweisern sowie der interessierten Öffentlichkeit einen Einblick in die Ergebnisse.

Weiterführende Informationen über die Initiative Qualitätsmedizin finden Sie hier: www.initiative-qualitaetsmedizin.de

IQM-Ergebnisse der Gesundheit Nordhessen Holding AG für unsere Klinikstandorte

AOK-Klinikbericht (QSR)

Der vom WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) entwickelte QSR-Bericht (Qualitätssicherung mit Routinedaten) stellt mithilfe von Qualitätsindikatoren die langfristigen Behandlungsergebnisse von ausgewählten Erkrankungsbildern dar - also auch nach der Entlassung der Patientinnen und Patienten aus dem Krankenhaus.

Patienteninformationen zur Qualitätssicherung

Im Rahmen der Qualitätssicherung werden Daten von Patientinnen und Patienten verarbeitet. Deshalb informieren wir strukturiert und umfassend über die Verwendung der Daten zu Qualitätssicherungszwecken sowie die damit verbundenen Datenflüsse. Nachfolgend finden Sie dazu entsprechende Patienteninformationen des G-BA als PDF-Dateien zum Download.