Willkommen im ECMO/ECLS-Zentrum des Klinikum Kassel
Die Kliniken für Anästhesiologie, Kinderanästhesiologie und Herzchirurgie stellen das ärztliche Personal (mobiles ECMO/ECLS-Team) für die Versorgung von Patient*innen mit Herz- und/oder Lungenversagen.
Unser ECMO/ECLS-Zentrum wurde im Jahr 2018 durch die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin zertifiziert und steht Ihnen rund um die Uhr (24/7) als Ansprechpartner zur Verfügung:
| Stationsarzt Intensivstation C73 | Telefon: 0561 980-17228 |
| Stationsarzt Kinderintensivstation F52 | Telefon: 0561 980-19556 |
| Herzchirurgische-Notfälle | Telefon: 01520 9072019 |
| ECMO/ECLS Anfrage | Zum Online-Fragebogen |
Erwachsene Patient*innen werden auf den Intensivstationen C72 und C73 sowie Kinder auf der Station F52 von darauf spezialisierten Pflegekräften und Ärzt*innen intensivmedizinisch betreut.
Unser ECMO/ECLS-Zentrum bietet alle gängigen Verfahren zur Sicherung der Herz-Kreislauffunktion an. Diese Verfahren werden auch unter den Begriffen „Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO)“ oder „Extracorporeal Life Support (ECLS)“ subsummiert.
Für den Einsatz von venovenösen oder venoarteriellen ECMO-Verfahren bestehen u.a. folgende Indikationen (ELSO-Kriterien, S3-Leitlinie „Akute Respiratorische Insuffizienz und extrakorporale Verfahren“):
- Therapierefraktäre Hypoxämie:
PaO2/FiO2 < 60 – (80) mmHg unter lungenprotektiver Beatmung, adäquatem PEEP und Bauchlagerung - Therapierefraktäre Hyperkapnie mit respiratorischer Azidose (pH < 7,20-7,25)
- ARDS mit Rechts- und/oder Linksherzversagen
- Bronchopleurale Leckage
- Kardiogener Schock mit Hochdosiskatecholamintherapie und reversibler Ursache wie z. B. Herzinfarkt, fulminante Lungenembolie, Myokarditis oder Septischer Schock mit septischer Kardiomyopathie (low-cardiac output)
- Herz-Kreislauf-Stillstand (IHCA/OHCA) mit folgenden Kriterien:
Beobachtet, umgehende Reanimation (Laien- oder Experten), reversible Ursachen (akuter Herzinfarkt, Lungenembolie, Andere), schockbarer Rhythmus oder PEA bei V.a. Lungenembolie
Unsere Ärzt*innen stehen Ihnen 24/7 als Ansprechpartner*innen bei Fragen zu den Themen akutes Lungenversagen und kardiogener Schock zur Verfügung. In einem kollegialen Gespräch können wir gemeinsam die Möglichkeiten zur Therapieoptimierung erörtern oder ggf. eine Übernahme von Patient*innen auf unsere Intensivstationen besprechen.
Zur Vereinfachung der Anamnese bitten wir Sie den ECMO/ECLS-Anfragebogen online auszufüllen und uns zuzusenden. Bitte nehmen Sie bei Anfragen zusätzlich telefonisch Kontakt mit uns auf, sodass wir die Indikation und entsprechende Therapiestrategien miteinander erörtern können.
Die Dringlichkeit sowie die Art der Verlegung in unser ECMO-Zentrum hängen vom Schweregrad des ARDS oder des kardiogenen Schocks ab. Die Verlegung von Patient*innen kann boden- oder luftgebunden (Intensivtransportwagen (ITW) oder -hubschrauber (ITH)) erfolgen. Die ECMO/ECLS-Anlage kann in besonders schweren Fällen durch unser mobiles Team auch bei Ihnen vor Ort erfolgen. In diesen Fällen entsenden wir das Team mit einem Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Kassel, mit dem ITH der JOH oder mit dem Christoph 7 in Ihre Klinik.
Bereits vor Verlegung von Patient*innen in unsere Klinik sollten Sie ein Gespräch mit den Angehörigen führen. In diesem Gespräch sollten die Therapiemöglichkeiten (ECMO/ECLS) sowie die Risiken des Transports dargestellt werden. Die Angehörigen müssen einer Übernahme der Patient*innen in unser Zentrum zustimmen. Wenn möglich, sollten die Angehörigen bei Eintreffen unseres Teams auf Ihrer Intensivstation anwesend sein, um offene Fragen durch unsere Teams beantworten zu können.
Kinder ECMO-Zentrum
In Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen der Kinderanästhesie und Intensivmedizin betreuen wir Kinder ab 1 Jahr mit schwerem Lungenversagen auf der Station F52. Das ECMO-Team besteht in diesem Fall aus Kolleg*innen der Kliniken für Anästhesiologie, Herzchirurgie und Kinderanästhesie.
| Die Anfrage erfolgt online und zusätzlich telefonisch unter der Notfall-Nummer: 0561 980-19556. |
ECMO/ECLS-Ausbildung
Unsere Klinik beteiligt sich maßgeblich an der Organisation und Gestaltung des dreitägigen Kurses ECLS-Ausbildung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin.
Wissenschaftliche Leitung:
- Prof. Dr. med. Ralf Michael Muellenbach, MHBA
Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie | Klinikum Kassel - Prof. Dr. med. Michael Sander, FESAIC UAEU
Direktor der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie | Universitätsklinikum Gießen
Der Kurs findet zweimal jährlich in Frankfurt am Main statt und vermittelt praxisnah Wissen und praktische Fähigkeiten zum Einsatz der ECMO-Therapie als Kreislaufunterstützung bei kritisch kranken Patient*innen in der Intensiv- und Notfallmedizin.
Aktuelle Kurstermine finden Sie auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin.